Freiburg im Breisgau


Zur Geschichte des Psychoanalytischen Seminars Freiburg
Inhalte und Leitgedanken in der Aus- und Weiterbildung

Thomas Bender, Vortragsabend an der Klinik für Psychiatrie und PsychosomatikAbteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am 24.6.2005

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

in einer Stadt mit der pro Kopf höchsten Psychotherapeutendichte in Deutschland mag es schon eine besondere, über sie hinausweisende Bedeutung haben, wenn Mitglieder bislang eher konkurrierender, meist aber sich ignorierender Ausbildungs-Institute zusammentreffen, um gemeinsam für die Psychoanalyse zu werben und an ihre Tradition zu erinnern. Deshalb möchte ich vorab den Initiatoren danken, die zumindest mit diesem Abend eine unproduktive Grabenmentalität überwinden und die hiesige psychoanalytische Szene zugleich bekannter und transparenter machen. Ich habe nun die Ehre, Ihnen in der gebotenen Kürze das Psychoanalytische Seminar Freiburg vorzustellen, also das hiesige Ausbildungsinstitut der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung, in deren Geschichte Sie unser geschäftsführender Vorsitzender Bernd Münk eingeführt hat. Ich selbst habe meine Ausbildung zum Psychoanalytiker in den 90er Jahren an diesem Institut abgeschlossen und gehöre damit zu einer neuen Generation, die die Grabenkämpfe der Gründergeneration nur vom Hörensagen kennt. Der Nimbus des Überragenden,  ja Unantastbaren, der von den Gründervätern häufig verbreitete wurde, ist uns ziemlich fremd geworden und erscheint Einigen gar als eine sublimierte Form von Phallokratie. Auch wenn es dem Ruf des PSF aus dieser Zeit widerspricht, wir, die wir in den letzten 10 bis 15 Jahren selber Mitglieder geworden sind, fühlen uns durchaus modern und lebendig, sind jedenfalls keine „sprechende Attrappen“ hinter der Couch und Kooperation in allen Lebensbereichen gewohnt. Heute leiden wir mehr unter der zunehmenden gesell­schaftlichen Isolierung der Psychoanalyse, um deren Überleben wir uns Sorgen machen; und das nicht nur, weil auch an unserem Institut die Anmeldungen zur Ausbildung drastisch zurückgegangen sind, sondern weil die gesamte gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung mit ihrem eindimensionalen Effektivitätsdenken das psychoanalytische Wissen um die tieferen Sinnzusammenhänge des menschlichen Lebens bedroht.

Ich bin deshalb froh um diese Gelegenheit, hier an eine Traditionslinie psychoanalytischen Denkens in Freiburg erinnern zu dürfen, deren Wurzeln damals noch beein­druckend tief in der Universität, der „Alma Mater“ der wissenschaftlichen und geistigen Kultur dieses Landes, verankert waren – wobei ich allerdings nur über die Zeit nach 1945 sprechen kann. Um konkret zu werden: Gleich sage und schreibe drei Lehrstühle können als Keimzellen der Psychoanalyse in Freiburg betrachtet werden: der Lehrstuhl für Psychiatrie von Prof. Ruffin, der Lehrstuhl für Innere Medizin von Prof. Heilmeyer und der Lehrstuhl für Psychologie von Prof. Heiss, dessen anfänglich einziger Fachkollege Prof. Bender bekanntlich der Psychoanalyse gegenüber durchaus aufgeschlossen war. Allerdings hatte die Psychoanalyse auch an anderen Fakultäten treue Sympathisanten, wenn ich nur an Prof. Behrendt bei den Juristen und später Prof. Pietzcker bei den Germanisten erinnern darf. Prof. Heiss kam von der Wehrmachtspsychologie, entwickelte sich zu einem Experten für projektive Testver­fahren und schrieb ein Lehrbuch der Tiefenpsychologie, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Er holte Prof. Schraml, der bei Riemann in München war, ein Arzt und Psychologe, den die Studenten äußerst schätzten und dem es zum Beispiel gelang, bereits 1964 seinen befreundeten Kollegen Alexander Mitscherlich (kurz nach seiner USA-Vortragsreise) zu einem Aufsehen erregenden Vortrag über die „Unfähigkeit zu trauern“ nach Freiburg einzuladen. Prof. Schraml unterstützte als DGPT-Mitglied maßgeblich den Aufbau des PSF, an dessen offizieller Gründung 1974 er aber wegen einer schweren Erkrankung nicht mehr teilnehmen konnte, an der er im gleichen Jahr, erst 52-jährig, verstarb.

Das klinische Fundament der Psychoanalyse in Freiburg wuchs unter Ruffin und Heilmeyer heran. Bei Ruffin in der Psychiatrischen Universitätsklinik arbeiteten die Oberärzte Bister und Hans Goeppert, die gemeinsam Seminare über tiefenpsycho­logisch-psychoanalytische Themen abhielten, in denen eine tiefe und offensichtlich bis heute anhaltende Identifizierung mit der Psychoanalyse gefördert wurde. Diese Wirkung ist aber von der ungewöhnlichen Persönlichkeit beider nicht zu trennen. So wurden die sogenannten „Märchenseminare“ von Hans Goeppert, wie Hans Morgenstern formulierte, „legendär“. Eine ganze Gruppe von Assistenten des Lehrstuhls Ruffin gehörte zu den Gründungsmitgliedern des PSF und einige von Ihnen wurden später selbst zu Lehranalytikern der DPV und prägen bis heute die inhaltliche Aus­richtung unseres Instituts. Zu dieser Gruppe der Assistenten bei Ruffin gehörte der Lehranalytiker Raimar Schilling, der 1968 die Psychotherapeutische Beratungsstelle für Studenten der Universität Freiburg eröffnete, an der viele Kandidaten des PSF eine Anstellung fanden; sowie die Lehranalytikerin Erika Krecji, spätere Leiterin der PBS und heute renommierte Vertreterin der Lehren Melanie Kleins und Wilfred Bions. Aber auch die damalige Assistentinnen Irmgard Schilling und Rosemarie Münzlaff wurden zu tragenden Säulen des Ausbildungsbetriebs und die spätere Oberärztin Renate Belke arbeitet heute noch quicklebendig in unserer Gruppe der Kinderanalytiker mit.

Am Lehrstuhl von Prof. Heilmeyer in der Inneren Medizin war es der Oberarzt Clauser, der in einer Zeit leibseelische Wirkungszusammenhänge erforschte, in der Psychosomatik für die meisten noch ein absolutes Fremdwort war, und der den Auf­bau der ersten psychosomatischen Klinik Freiburgs in Umkirch leitete, was dann von dem DPG-Mitglied Enke übernommen wurde, der wiederum Hau aus Göttingen nach Freiburg holte, der 1965 das DPG-Institut mitbegründete; eine Traditionslinie, über die Sie aber heute Abend genauer Herr Wessels informiert hat. Eine für die Ge­schichte des PSF wichtige Entscheidung der Universität war die Zusammenlegung des psychotherapeutischen Bereiches der Psychiatrie und des psychosomatischen Bereiches der Inneren Medizin zu einer selbstständigen Abteilung mit einem eigenen Lehrstuhl für Psychotherapie und Psychosomatik. Denn sie brachte 1972 das DPV-Mitglied Prof. Johannes Cremerius nach Freiburg, der damit dem damaligen kommis­sarischen Leiter der Klinik in Umkirch Hau quasi vorgesetzt wurde und der ein neues Institut in der Habsburgerstrasse aufbauen konnte. Cremerius wurde für lange Zeit zu einer prägenden und bestimmenden Persönlichkeit am Seminar, das sich nun deut­lich zu vergrößern begann. Mit ihm kamen die Meinshausens, sowie aus der psycho­somatischen Klinik Gengenbach Wolf-Helmut Hoffmeister und Winfried Trimborn, der später Lehranalytiker und Vorsitzender der DPV wurde und der ebenfalls bis heute zu den aktivsten Mitgliedern des PSF gehört. Nicht zu vergessen das DPV-Mitglied Sven Olaf Hoffmann, der aus Berlin als Assistent zwecks Habilitation zu Cremerius kam und der etliche bedeutende, über Deutschland hinaus bekannt gewordene klinische Beiträge liefern konnte, am PSF selbst aber weniger nachhaltig in Erschei­nung trat.

Dies waren also drei entscheidende institutionelle Verankerungen psychoanalyti­schen Denkens in Freiburg in der Gründungsphase des PSF, die eigentlich 1963 mit der Ankunft des ersten DPV-Lehranalytikers Wolfgang Auchter einsetzte und die 1965 mit Unterstützung des damaligen DPV-Vorsitzenden Horst Eberhardt Richter zunächst zur Gründung eines DPV-Instituts „im Aufbau“ führte. Dieser Aufbau wurde, wie bereits erwähnt, erst am 25. April 1974 mit der Gründung des Vereins abge­schlossen, eine Zeit, in der nach dem Ausfall von Schraml Wolfgang Auchter ziem­lich alleine an der Spitze stand, an die auch Cremerius drängte, so dass es zwischen diesen äußerst unterschiedlichen Persönlichkeiten zu heftigen Spannungen kam, die selbst der zwischenzeitlich aus Ann Arbor (USA) hinzugekommene Lehranalytiker Prof. Frank Wyatt nicht mehr mindern konnte. Gerade mal ein Jahr, nachdem das PSF seine jetzigen Seminarräume in der Schwaighofstrasse bezogen hatte, kam es 1978 zu einer krisenhaften Zuspitzung und schließlich zum Rückzug von Wolfgang Auchter und Cremerius, was aber langfristig zu einer Versachlichung und Intensivier­ung der inhaltlichen Arbeit führte, zumal die Zahl der Ausbildungskandidaten erheblich angestiegen war.

Wenn ich nun die wichtigsten inhaltlichen Ausrichtungen und deren Vertreter am PSF in den letzten 25 Jahren umreißen soll, so kann ich in der Kürze auf eine ganze Reihe von jüngeren Mitgliedern nicht näher eingehen, die, zum Teil mittlerweile selbst zu Lehranalytikern geworden, am Seminarbetrieb teilnehmen oder teilgenom­men haben oder die sich heute in leitenden Positionen außerhalb befinden, wie z.B. Prof. Gottfried Fischer in Köln und Prof. Peter Riedesser in Hamburg, dem das PSF und insbesondere unser „Verein zur Förderung der Psychoanalyse bei Kindern und Jugendlichen“ bis heute anhaltende Unterstützung verdankt. Neben Krecji und Schilling gehörten vor allem ein Lehranalytiker und zwei Lehranalytikerinnen zum psychoanalytischen Rückgrat des PSF, von denen eine an dessen Aufbau noch selbst beteiligt war: Emma Moersch, die Übersetzerin des Vokabulars der Psycho­analyse von Laplanche und Pontalis, die 1966 von Freiburg zu Prof. Israel nach Straßburg ging und danach ca. 20 Jahre lang zuerst Assistentin von Alexander Mitscherlich und dann Leiterin der Abteilung Klinische Psychoanalyse am Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt war. Emma Moersch hat am Seminar das begrifflich klare und eindeutige analytische Denken sehr gefördert und gefordert, womit sie nicht immer auf Gegenliebe stieß. Sie stand und steht in einem regen Austausch mit Kollegen in Paris und repräsentiert am Seminar in einer unnachahmlich direkten Art und Weise die in der Psychoanalyse insgesamt schwächer gewordene Verbindung zu Sigmund Freud auf einem internationalen Niveau. Die zweite Lehranalytikerin, die viele meiner Generation geprägt hat, ist Lore Schacht, die ebenfalls Assistentin bei Mitscherlich war, und zwar während seiner Zeit in der ersten psychosomatischen Klinik Deutschlands nach 1945 in Heidelberg, dann aber sich von Mitscherlich trennte und nach England zu Winnicott ging, dessen Geist und Impetus sie mit ihrer unge­wöhnlich unterstützenden Offenheit nach Freiburg brachte, weshalb am PSF eine Zeitlang die Idee ventiliert wurde, sich in „Winnicott-Institut“ umzubenennen. Lore Schacht war nicht nur die erste Frau auf dem Vorsitz der DPV sondern auch im Vorstand der IPV bzw. IPA tätig, wo sie unter anderem zusammen mit Sandler 1993 den denkwürdigen IPA-Kongress in Amsterdam organisierte. Ihrer Arbeit mit Kindern ist es wohl zu verdanken, dass sie, obschon eine stets viel beschäftigte Analytikerin, den Draht zur Kreativität ihres eigenen Unbewussten aufrecht erhalten konnte und (besonders in den letzten Jahren) die Muse fand, selbst künstlerisch aktiv zu sein. Sie ist eine Analytikerin, die es versteht, Brücken zu schlagen, was Sie zum Beispiel daran erkennen können, das einige ihrer Bilder derzeit im Institut der DPG in Freiburg aushängen.

Die dritte starke inhaltliche Strömung kam mit Frau Klöß-Rotmann und Herrn Rot­mann aus Ulm ans PSF. Sie hatten zuletzt Anfang Februar diesen Jahres die Gele­genheit, etwas von dem Ulmer Arbeits- und Denkstil mitzubekommen, wenn Sie den Vortrag von Horst Kächele an dieser Abteilung gehört haben, mit dem beide eng zusammengearbeitet haben. Aber sicherlich werden viele von Ihnen das „Lehrbuch der Psychoanalytischen Therapie“ kennen, das auf der Basis der genauen Unter­suchung psychoanalytischer Behandlungsprozesse entstand. Johann Michael Rotmann hat während seiner Zeit in Freiburg die Bedeutung und das Handling psychoanalytischer Präsenz im unmittelbaren Kontakt mit dem Patienten vermittelt, wobei er theo-retisch unter anderem auf Merton Gill zurückgriff und damit eine Form von Analyse repräsentierte, wie sie in den angelsächsischen Ländern, besonders in den USA, unter den jüngeren Kollegen sehr verbreitet ist. In meinen eigenen, einfachen Worten ausgedrückt, ist dies eine Psychoanalyse, die unerschrocken und direkt auf das Übertragungsgeschehen eingeht, dabei aber anders als bei einer kleinianisch ausgerichteten Technik sich stark an das Ich des  Patienten richtet, dessen Begehren Vorrang hat; also eine moderne Form von Psychoanalyse, die auf der früher vorherrschenden analytischen Ich-Psychologie aufbauen kann und die die Behandlung auf unbewusste Konflikte fokussiert.

Während noch bis in die 80 er Jahre hinein die Schatten der großen Alten sich in Diadochenkämpfen über das Seminar legten, gewann es als Ausbildungsinstitut an der Schwelle zu den 90 er Jahren eine neue Kohärenz. Eine vorbildliche Reihe von Vorlesungen über die wichtigsten Köpfe der Psychoanalyse nach Freud von Klein und Winnicott bis Gill und Roy Schäfer, vermittelte über mehrere Semester eine Vorstellung -oder zumindest Ahnung -von der notwendigen Integration der Erfahrung und des Wissens ihrer verschiedenen Schulen, um das Überleben der Psychoanalyse zu sichern; eine notwendige Anstrengung, die leider bis  heute auf sich warten lässt. Aber die Atmosphäre am Seminar wurde toleranter und offener und immer mehr jüngere Mitglieder übernahmen Funktion und Verantwortung, so dass man in der DPV schließlich den Eindruck gewann, wie es ein Lehranalytiker wenig schmeichelhaft aber durchaus entlastend ausdrückte, dass das PSF mit der Zeit ein DPV-Institut geworden ist , „wie andere auch“ – obwohl wir selbst doch gerne mit dem Etikett kokettieren: „klein, aber fein !“. Der Narzissmus der kleinen Differenz hat sich nun unter dem Druck der letzten großen Hürde zur Sicherung der Zukunft des Seminars weiter reduziert. Statt einer offiziellen 25-Jahr-Feier der Vereinsgründung de jure bekamen wir 1999, wenn ich so sagen darf, das Psychotherapeutengesetz serviert und damit eine Dauerbeschäftigung vor allem für den Vorstand, der nun unseren Aus-, Weiter- und Fortbildungsbetrieb mit den neuen Systemen des Gesundheitswesens in Deutschland kompatibel machen musste. Wir haben uns an dieser Kröte nicht verschluckt, was insbesondere dem unermüdlichen Einsatz von Frau Kremp-Ottenheym, Frau Klöß-Rotmann und Bernd Münk zu verdanken ist. Heute hat das PSF die staatliche Annerkennung des Regierungspräsidiums Stuttgart als Ausbildungsstätte im Sinne des PTG und ist ein von der DGPT, der Landesärzte­kammer Baden-Württemberg und der KBV anerkanntes Aus- und Weiterbildungs­institut, das mit seinen 66 Mitgliedern und 11 Kandidaten und mit seinen Ambulanzen einen wichtigen Beitrag zur psychotherapeutischen Versorgung in der Region bietet.

In der Ambulanz des Seminars in der Schwaighofstrasse melden sich Ratsuchende aus allen Bevölkerungsschichten, derzeit zwischen 50 und 60 im Jahr, erhalten klärende Gespräche und werden an niedergelassene Kollegen weitervermittelt. Außerdem unterhält das PSF eine Ethno-Ambulanz für verfolgte und traumatisierte Flüchtlinge und deren Kinder, die von unseren Mitgliedern Gehad Mazarweh und Angelika Rees aufgebaut wurde, sowie in Kooperation mit der DPG eine Baby-Ambulanz für Eltern mit Babys und Kleinkindern. Darüber hinaus sind wir nach wie vor mit Erfolg bemüht, namhafte Analytiker und Referenten anderer Wissenschafts­disziplinen zu Vorträgen einzuladen, die sich mit den Fortschritten in der Psycho­analyse und mit gesellschaftlichen Entwicklungen befassen, die für unsere Arbeit von Bedeutung sind. So wird in zwei Wochen, am 8. Juli 2005, in der Schwaighofstrasse die Berliner Soziologin Prof. Sigrun Anselm die eingangs angesprochene Frage zur Diskussion stellen, ob die Psychoanalyse das Ende der bürgerlichen Kultur überhaupt überleben kann ?

Meine Redezeit ist nun fast abgelaufen und Sie wundern sich vielleicht, weshalb ich noch nichts zu den Zielen, Inhalten und Leitgedanken der Aus- und Weiterbildung am PSF gesagt habe. Die Sache ist ganz einfach und kann kurz gehalten werden, denn die inhaltlichen Orientierungspunkte unseres Instituts habe ich Ihnen ja eben skiz­ziert. In erster Linie betreibt das PSF die Ausbildung zum Psychoanalytiker nach den Richtlinien der DPV, die zugleich den Richtlinien der IPV entsprechen und die in Regel auf einer der beiden jährlichen nationalen Tagungen der DPV mit der Darstel­lung einer erfolgreich durchgeführten, hochfrequenten analytischen Behandlung vor den Kollegen anderer DPV-Institute abgeschlossen wird. Man muss sich für diese Ausbildung bewerben – trotz gesunkener Nachfrage werden die Bewerber nach wie vor auf ihre Eignung hin geprüft – und nach der Zulassung sich auf eine wöchentlich mindestens 4-stündige Lehranalyse einlassen, mit der die Ausbildung offiziell beginnt und die sie bis zum Abschlusskolloquium begleiten soll. In der ersten Hälfte der Aus­bildung wird die klinische Kompetenz überwiegend in der Durchführung probatorisch­er Sitzungen (z.B. in unserer Ambulanz)entwickelt und nach dem Vorkolloquium kann der Kandidat unter Supervision selber Analysen, d.h. analytische Psychotherapien durchführen. Bernd Münk hat einmal ausgerechnet, dass sich die Ausbildungskosten auf wenige tausend Euro reduzieren, wenn der Kandidat seine Einnahmen aus seinen analytischen Psychotherapien nach dem Vorkolloquium gegenrechnet. Dem ist nur hinzuzufügen, dass ja bekanntlich alle Weiterbildungskosten von der Steuer abgesetzt werden können und sich somit netto nochmals bis zu einem Drittel redu­zieren. Hat der fortgeschrittene Kandidat im Laufe seiner Ausbildung die Anforder­ungen für eine Kassenzulassung erreicht, so kann er noch vor dem Kolloquium am PSF als Mediziner den Abschluss für den Zusatztitel Psychoanalyse machen oder als Psychologe beim Regierungspräsidium die staatliche Prüfung zum Psychologischen Psychotherapeuten nach dem PTG ablegen, was dem Kandidaten die Möglichkeit einer selbstständigen Existenz verschafft, sofern er einen Kassensitz bekommt. Die Lehrangebote des PSF können zum Teil auch für die gesetzlich vorgeschriebene Fortbildung der psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten genutzt werden. Wenn Sie Interesse haben, erkundigen Sie sich am besten beim geschäftsführenden Vorstand oder bei der Leiterin des örtlichen Ausbildungsausschusses (derzeit Frau Erika Kittler), die Ihnen für eine persönliche Beratung zur Verfügung stehen. Eine weitere Möglichkeit der Information bietet unsere Homepage www.psf.dpv-psa.de , über die Sie sich demnächst auch unsere heutigen Vorträge nochmals ansehen können. Last but not least können Sie natürlich auch in unserem Sekretariat nachfragen, das in der Woche (außer Mittwochs) von 10 bis 12Uhr30 besetzt ist.


Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.